Wie funktioniert die Drohnenrettung?
Seit einigen Jahren hat sich der Einsatz von Drohnen in Kombination mit Wärmebildkameras bei der Rehkitzsuche etabliert. Dieses Verfahren ermöglicht es Landwirten und Jagdausübungsberechtigten, schnell und effizient ihrer tierschutzrechtlichen Verantwortung nachzukommen. Obwohl die Methode noch nicht flächendeckend eingesetzt wird, gibt es bereits zahlreiche Drohnenteams und Projekte, die sich auf die Rettung von Rehkitzen spezialisiert haben.
- Die Drohnenflüge finden in der Regel zwischen 05:00 und 08:00 Uhr statt, abhängig von Sonnenaufgang und Temperatur.
- Bei bewölktem oder kühlem Wetter kann der Einsatz verlängert werden.
- Die KJV Rottweil arbeiten nach dem Prinzip: „Wer zuerst kommt, mäht zuerst.“
Vorbereitung durch Landwirte und Jäger
Ab April bis in den Juni hinein mähen Landwirte aufgrund der Witterung häufig gleichzeitig ihre Wiesen. Für die Rettungsteams beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit: Um die Rehkitze vor dem Mähwerk zu schützen, müssen möglichst viele Feldflächen frühmorgens zuverlässig abgesucht werden.
- Geflogen wird ausschließlich im Beisein des Jagdausübungsberechtigten oder dessen Beauftragten.
- Bereitstellung von Behältnissen wie Kitzrettungsboxen, Holzkisten, oder Umzugskartons mit Beschwerungsmaterial für die gefundenen Rehkitze ist notwendig.
- Das Rettungsteam bringt eine Backup-Lösung mit, jedoch muss die Logistik für Rückführung der Behältnisse bedacht werden.
Effizienz rettet Leben
Je effizienter die Drohnenflüge durchgeführt werden – bei gleichzeitig hoher Detektionssicherheit – desto mehr Kitze können gefunden und geschützt werden.
Die Kombination aus Erfahrung, Technik und enger Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Rettung.
- Personen, die die Kitze aufnehmen, dürfen nicht rauchen.
- Kitze werden nur mit Einmalhandschuhen und ausreichend Gras vorsichtig in die Behältnisse gelegt. Kein direkter Körperkontakt!
- Jedes gesicherte Kitz kann, auf Wunsch des Jagausübungsberechtigten, nach Vorgaben der Wildforschungsstelle Aulendorf markiert werden. Der Drohnenpilot bringt das Material mit und übernimmt die Meldung.
Nach der Rettung
- Der Landwirt verpflichtet sich, das abgesuchte Gebiet innerhalb von 2,5 Stunden nach der Suchaktion zu mähen.
- Die gesicherten Kitze müssen spätestens 2,5 Stunden nach der Mahd wieder freigelassen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Rehgaisen ihre Kitze wieder annehmen. Eventuell muss die Gais mit dem „Kitzfiep“ gelockt werden.
- Verwaiste Kitze, die nicht mehr vom Muttertier angenommen werden, werden in Aufzuchtstationen gebracht. Adressen hierfür können über den Landesjagdverband erfragt werden.




