„Nicht das ganze Land zum Nationalpark machen“

Über die Herausforderungen und Perspektiven von Wald, Forst und Jagd hat der CDU-Kreisverband Rottweil bei einer gut besuchten Veranstaltung in Dornhan diskutiert.

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Musikalisch umrahmt von den Jagdhornbläsern des Hegerings hat im Gasthaus „Waldkauz“ in Dornhan eine gut besuchte Veranstaltung des CDU-Kreisverbandes Rottweil stattgefunden. Im Mittelpunkt stand der fachliche Austausch über die Zukunft von Wald, Forst und Jagd mit Sarah Schweizer MdL, Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion für Wald-, Forst- und Jagdpolitik.

Der CDU-Kreisvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Teufel MdL, begrüßte seine Fraktionskollegin aus dem Wahlkreis Göppingen. Er unterstrich die Bedeutung des Themas: Wald und Jagd stünden angesichts des Klimawandels, der Biodiversitätsdebatte und wachsender gesellschaftlicher Erwartungen vor großen Herausforderungen. Gefragt seien keine ideologischen Auseinandersetzungen, sondern praxisorientierte und verantwortungsvolle Lösungen, die Ökologie, Nutzung und Schutz gleichermaßen berücksichtigen.

Sarah Schweizer, die neben ihrem landespolitischen Mandat auch als Kreisjägermeisterin in Göppingen tätig ist, berichtete von ihrer Rundreise durch den Schwarzwald. Die Region bezeichnete sie als außergewöhnlich vielfältig und wertvoll. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass hier unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen und ein konstruktiver Dialog unerlässlich sei. „Wir müssen wieder stärker miteinander ins Gespräch kommen“, betonte Schweizer.

Kritisch setzte sie sich mit der bisherigen Debattenkultur auseinander. Zu lange hätten einzelne Interessengruppen den Diskurs bestimmt. Für die CDU sei klar, dass es nicht ausschließlich um Artenschutz gehe, sondern ebenso um Tierschutz, Nachhaltigkeit und eine naturverträgliche Nutzung. Diskussionen wie jene um den stark angewachsenen Kormoranbestand am Bodensee zeigten, wie schnell fachliche Fragen ideologisch überlagert würden. Ihr Fazit: „Wir wollen Naturschutz mit Augenmaß – aber nicht das ganze Land zum Nationalpark erklären.“

Die große Resonanz spiegelte sich auch in der Anwesenheit mehrerer Kreisjägermeister wider. Christian Höning formulierte die Erwartung vieler Praktiker deutlich: Die CDU solle künftig mehr Verantwortung in der Landesregierung übernehmen, um angekündigte Kurskorrekturen auch umzusetzen. Insbesondere das derzeitige Jagdgesetz stoße mit seinen Einschränkungen, etwa bei Jagd- und Schonzeiten, in der Praxis auf erhebliche Kritik und bedürfe einer grundlegenden Überarbeitung.

Zum Abschluss stellte Stefan Teufel den größeren politischen Zusammenhang her. Er betonte die inhaltliche Geschlossenheit der CDU-Landtagsfraktion und sprach sich klar für Manuel Hagel – selbst Jäger – als künftigen Ministerpräsidenten aus. Gemeinsam stehe man für eine Politik, die Verantwortung übernimmt und ideologiefreie, tragfähige Lösungen für Wald, Wild und Natur entwickelt – im Interesse des ländlichen Raums und des gesamten Landes.  Robert King

 

Bildunterzeilen:

Kreisjägermeister unter sich: Christian Höning und Sarah Schweizer. Fotos: King/Zeger

Diskussion auf Augenhöhe (von links): Christian Höning, Lothar Reinhardt (CDU-Stadtverband Dornhan), Sarah Schweizer und Stefan Teufel.